Gastspiel-Rückblick Dachau

Tour gegen Gewalt, Dachau
Unterkunft im Thomahaus in Dachau

Tour gegen Gewalt: Dachau-Eindrücke

Rückblicke auf das Gastspiel in Dachau

Nach einer Nacht im heimischen Bett und einem schnellen Aus- und wieder Einpacken, fuhren wir schon früh morgens am 25.11.2012, dem Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen", nach Dachau. Dies war die erste Station unserer Tour gegen Gewalt, die sich nicht in Norddeutschland, sondern in Bayern befand.

Konzert gegen Gewalt, Dachau
Zimmer mit Kochnische
Wir waren sehr froh, dass wir auf der Autobahn nicht durch Staus aufgehalten wurden und uns ganz pünktlich mit der Veranstalterin vor Ort treffen konnten. Aufgrund des jährlich stattfindenden Marktfestes war die Fußgängerzone an diesem Tag für Autos nicht zugänglich. Genau dort aber befand sich die "Kulturschranne", unser Auftrittsort. Unsere Veranstalterin, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und Bürgermeisterin von Dachau, hatte jedoch für alles bestens vorgesorgt. Wir parkten auf einem Privatgrundstück in der Nähe und eine ganze Schar fleißiger Helferinnen und Helfer aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis packte tatkräftig mit an, so dass wir alle Instrumente und unser sonstiges Equipment innerhalb weniger Minuten durch die Fußgängerzone zur "Kulturschranne" getragen bekamen. Toll!

Ein paar Minuten hatten wir Zeit, unsere Übernachtungsgelegenheit aufzusuchen und einige wenige Dinge dort zu lassen. Hier übernachteten wir nicht in einem Hotel, sondern im Gästehaus des Kulturamtes. Ein wunderschönes, sehr großes "Atelier" erwartete uns, mit Kochecke, Kühlschrank, Doppelbett und allem, was unser reisendes Künstlerinnen-Herz sonst noch höher schlagen ließ.

Dachau, ANA & ANDA
Der Fernseher blieb aus.
Unser Veranstaltungsort in Dachau war eine eingeführte Kleinkunstbühne, auf der sonst eher leichte Unterhaltung dargeboten wird. Auch dort wurden wir vom Personal sehr freundlich begrüßt. Einmal mehr waren wir froh, nicht zu den Künstler/innen mit dem Wunsch nach "meditativer Ruhe" beim Aufbau und den Vorbereitungen zu gehören: Hier nämlich mussten wir den Aufbau der Instrumente während des noch laufenden Gastronomiebetriebes vornehmen. Aber als Bühnenkünstlerinnen sind wir Publikum ja gewohnt ;-)

Routiniert wurde vom Chef der Kulturschranne die Beleuchtung eingerichtet. Auf akustische Verstärkung verzichteten wir auch hier gerne. Der Flügel vor Ort versprach schöne musikalische Höhepunkte.

Tour gegen Gewalt, ANA & ANDA
Kulturschranne mit Blick auf die Bühne
Bald schon konnten wir den schmackhaften Imbiss in der zur Kulturschranne gehörenden Gastronomie genießen. Die "Künstlerinnen-Garderobe" war wieder ein Stück für die Sammlung, das wir aber leider zu fotografieren vergaßen: Sie befand sich im Vorraum des Lagers der Gastronomie, klein, aber immerhin mit Sofa ausgestattet. Für Entspannung blieb aber diesmal kaum Zeit, so dass uns das Sofa vor allem als Schminkplatz diente.

Am Abend standen wir schließlich vor einem ganz vielfältigen Publikum, das aber sehr interessiert und aufgeschlossen den wichtigen Themen gegenüber stand, mit denen wir sie konfrontierten. Auch der Landrat war da und beschloss nach der Vorstellung sogar, mehrere CDs für Geschenkzwecke zu kaufen. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Auch hier erhielten wir ausgesprochen gute Rückmeldungen zu unserer künstlerischen Umsetzung des Themas Gewalt. Auf Initiative unserer Auftraggeberin konnte das Publikum hinterher nochmals "offiziell" mit uns ins Gespräch kommen und gemeinsam Fragen an uns auf der Bühne stellen. Wir fanden das eine gute Idee, denn sonst ergeben sich diese Gespräche und Fragestellungen weniger auf der Bühne - direkt nach dem Konzert und fast noch zum Programm gehörend - sondern eher ein wenig später in Einzelgesprächen, wenn wir uns unter das Publikum begeben.

Musik gegen Gewalt, Dachau
Flügel und Holzschlagzeug
Die Besucherinnen und -besucher interessierte z.B. wie wir dazu kommen, ein Konzertprogramm zu schreiben, das sich mit so schwierigen Themen wie "Gewalt gegen Frauen" und "Menschenrechte" auseinandersetzt. Manche wollten auch wissen, inwieweit es einen persönlichen Hintergrund zu diesen Themen gibt und andere waren neugierig, zu erfahren, wie wir unsere Lieder und Instrumentalmusikstücke schreiben.

Bei so vielen Fragen dauerte es entsprechend lange, bis wir unser Gepäck wieder mitnahmebereit hatten. Glücklicherweise war unsere Unterkunft, mit den sehr großzügigen Atelierräumen, die für Gäste zur Übernachtung bereitstehen, nur wenige Minuten vom Veranstaltungsort entfernt, so dass wir schon bald ankommen konnten, um unsere letzte Mahlzeit des Tages genießen zu können.

Nach unserem Frühstück am 26.11. fuhren wir am Vormittag wieder ganz staufrei zurück nach Karlsruhe. Es erwartete uns ein sehr turbulenter "Zwischentag", mit einem Atelierbesuch von 37 Teilnehmerinnen eines Kurses des Bildungswerks Ettlingen. Für sie würden wir fast alles auspacken und aufbauen, nur um es danach gleich wieder abzubauen, da es ja am nächsten Tag weiterging nach Klagenfurt. Und auch eine Theater-AG musste an diesem 27.11. von uns noch gehalten werden. Deshalb waren wir froh, frühzeitig auf dem Weg nach Hause zu sein und dann auch schon am frühen Nachmittag in Karlsruhe anzukommen.

Schon am 27.11. erschien auf merkur-online.de eine ausführliche Rezension über unser Konzert gegen Gewalt in Dachau: "Sie geben dem Tabuthema eine Stimme". Auch wenn wir uns selber nicht als "schrill" bezeichnen würden, freuen wir uns sehr über diese detaillierte Besprechung unseres Konzerts:

Zeitungsartikel zum Konzert gegen Gewalt in Dachau