Weltwoche hetzt gegen Roma

Weltwoche Titelbild Roma
Kommentar zur Roma-Hetze der schweizerischen "Weltwoche"

"Die Weltwoche" hetzt gegen Roma

Rassistisches Titelblatt der Schweizer Zeitung

Was passiert, wenn ein Land seine wahre Geschichte immer nur verdrängt und verleugnet und sich auf Mythen von heldenhaftem Widerstand (Wilhelm Tell) und "Neutralität" beruft, zeigt sich zur Zeit besonders krass am Beispiel des neuesten Titelbilds der Schweizer Zeitung "Die Weltwoche".

Zu sehen ist das Bild, auf dem ein Roma-Kind die Betrachterin mit einer Pistole bedroht, zum Beispiel auch im Roma-Blog aus Österreich. Untertitelt ist es mit: "Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz".

Klare Worte findet auch der österreichische Journalist Robert Misik in seinem Blog.

Das ist mal wieder einer jener Tage, an denen die schweizerische Hälfte von uns ihren Schweizer Pass am liebsten dem Aktenvernichter übergeben würde. Die Versuchung ist umso größer, seitdem sie Doppelbürgerin geworden ist und auch einen deutschen Personalausweis besitzt...

OK, in Deutschland ist auch nicht alles in bester Ordnung. Aber so etwas? Undenkbar! Nun könnte argumentiert werden, Deutschland müsse da auch mehr aufpassen und sei vielleicht überempfindlich geworden. Weit gefehlt: Die Schweiz hat jahrzehntelang systematisch versucht, sich der "Fahrenden" zu entledigen. Hunderte von Kindern der Jenischen (das sind die Angehörigen der Fahrenden in der Schweiz) wurden ihren Familien entrissen, in Heime gesteckt, bekamen keine Ausbildung und wurden als billige Arbeitskräfte missbraucht. Die Konsequenz, mit der Angehörige fahrender Völker in der Schweiz verfolgt wurden, war im 20. Jahrhundert europaweit einzigartig.

Was die Weltwoche heute tut, hat also leider traurige Tradition in der Schweiz. Und wer die Suchmaschinen bemüht, wird feststellen, dass die Aufschreie wegen des aktuellen Titelbilds vor allem aus dem Ausland, aus Deutschland und Österreich kommen. Die Schweizer Bevölkerung hingegen scheint das einmal mehr als "normalen Journalismus" zu betrachten. So wie sie auch Ausländerhetze auf Plakaten zu Volksabstimmungen ohne Protest zur Kenntnis nimmt.

Dass sich viele Schweizerinnen und Schweizer aber gleichzeitig nach wie vor auf den Mythos der Neutralität und des pazifistischen "Gutmenschen-Staates" berufen, macht die Sache unerträglich. Wir empfehlen ihnen einen Besuch Berlins und seiner vielen Gedenkstätten zur Schreckenszeit der Nazis. Die Gefahr aber, dass sie sich davon keine Scheibe abschneiden, sondern einmal mehr selbstgefällig im "Wir-waren-es-ja-nicht"-Gefühl sonnen würden, ist leider groß. Und wer es nie gewesen ist, kann logischerweise nur einen Schluss ziehen: Alle Bedrohung kommt von außen und vom Fremden - weshalb Abschottung und Ausgrenzung die einzige sinnvolle Antwort sein kann.

Die schweizerische Hälfte von uns schämt sich heute mal wieder ihrer Herkunft...

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